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Allgemeine Infos zum Themenkomplex

Die nachstehenden Ausführungen sind als allgemeine Informationen und Denkanstöße zum Themenkomplex "Sanierung" gedacht und erheben keineswegs den Anspruchauf Vollständigkeit. Wir stehen ihnen selbstverständlich für ein kostenloses Beratungsgespräch  zu diesem Themenkomplex gerne zur Verfügung.

Verpasste Gelegenheiten
Vergrößern Sie bei einer Dachsanierung den Überstand des Dachrandes, um später ausreichend Platz für eine Außenwanddämmung zu haben und denken Sie ebenfalls über den Einbau einer Solaranlage nach.
Nutzen Sie die Erneuerung des Fußbodens im Keller-Arbeitszimmer zum Einbau einer Bodendämmung.
Um den Überblick zu behalten, sollten Sie sich im Rahmen einer professionellen Energieberatung ein Sanierungskonzept erstellen lassen.

Sinnvolle Maßnahmenkombinationen
Neue Fenster in ungedämmten Außenwänden können zu Feuchteschäden führen. Aus diesem Grund sollte eine Fenstererneuerung mit einer Dämmung der Außenwände kombiniert werden. Dadurch werden nicht nur Feuchteschäden vermieden: Die Position der Fenster kann neu festgelegt werden und ein optimaler Anschluss an die Außenwanddämmung wird ermöglicht.
Denken Sie an die Dämmung der Rollladenkästen, wenn Sie die Fenster erneuern.
Bauen Sie Hocheffizienzpumpen ein und lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen, wenn die Heizung erneuert wird.

Bereits gedämmt!
Ob 4 cm Dämmung bei einer hinterlüfteten Klinkerfassade, 5 cm Wärmedämmverbundsystem aus den 1970er Jahren oder 3 cm Dämmung zwischen den Dachlatten hinter einer Schieferfassade: bereits gedämmt bedeutet in der Regel, dass 40-70% des wirtschaftlich sinnvollen Dämmpotenzials bereits ausgeschöpft sind.
Dennoch lohnt sich eine Erneuerung und Verbesserung der Dämmung immer dann, wenn die vorhandenen Flächen ohnehin saniert werden müssen.
Ausnahme: ältere Dachdämmungen. Diese Dämmschichten sind häufig lückenhaft verlegt und nicht ausreichend luftdicht. Hier zahlt sich schnelles Handeln aus – die Räume werden nach einer fachgerechten Dämmung behaglicher und die Energiekosten sinken spürbar.


Kleine Maßnahmen

Fenster justieren
Ältere Fenster und Haustüren sollten regelmäßig gewartet werden. Oftmals können die Fensterbeschläge nachjustiert und die Dichtungen erneuert werden. Bei Haustüren kann ggf. eine Bodendichtung nachgerüstet werden und ein Briefkastenschlitz verschlossen und durch einen Briefkasten ersetzt werden. Das führt zu einer wesentlichen besseren Luftdichtheit mit entsprechenden Energieeinsparungen.

Heizkörpernischen dämmen
Eine Dämmung der Heizkörpernischen ist immer dann sinnvoll, wenn die Außenwände in absehbarer Zeit nicht gedämmt werden. Bei einer Dämmung der Außenwände erübrigt sich diese Maßnahme.

Rollladenkästen dämmen
Undichte und schlecht gedämmte Rollladenkästen sollten immer gedämmt und fachgerecht abgedichtet werden. Auch undichte Gurtführungen können nachträglich mit Bürstendichtungen abgedichtet werden. Wichtig ist eine lückenlose Verlegung der Dämmplatten und eine Abdichtung sämtlicher Randfugen.
Übrigens: Falls der Platz innerhalb der Kästen nicht ausreicht, kann die Dämmung auch raumseitig aufgebracht werden.

Ungenutzte Räume
Die Kinder sind aus dem Haus. Aus den Kinderzimmern wurde ein Gästezimmer und das Spielzimmer für die Enkelkinder. Im Untergeschoss gibt es ein Arbeitszimmer, das ab und zu für wenige Stunden genutzt wird. So oder so ähnlich sieht es in vielen Einfamilienhäusern aus.
In einem solchen Fall sollte überlegt werden, das Arbeitszimmer ins ohnehin beheizte Erdgeschoss zu verlegen und das wenig beheizte Obergeschoss räumlich und luftdicht vom beheizten Erdgeschoss zu trennen. Im Idealfall lässt sich das Treppenhaus sogar räumlich abtrennen. Das spart Energie und vermeidet lästige Zugerscheinungen durch den offenen Treppenhausschacht.

DÄMMSTOFFE

Ein Dämmstoff ist ein Material mit geringer Wärmeleitfähigkeit, das in Bau und Industrie zur Wärmedämmung eingesetzt wird. Die Dämmwirkung beruht vor allem auf der geringen Wärmeleitfähigkeit von Luft, die in den Poren des Dämmstoffes eingeschlossen ist.

Den idealen Dämmstoff gibt es aufgrund zahlreicher unterschiedlicher Charakteristika nicht. Die Herstellung synthetischer Dämmmaterialien ist meist energieaufwendig, außerdem werden begrenzt verfügbare Rohstoffe dafür benötigt. Ökologische Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen (Hanfdämmung) bieten dafür eine ausgezeichnete Alternative.

Dämmstoffe gibt es dabei in verschiedenen Ausführungen, wie z. B. Schüttungen, Fasermatten und Schäume. Die Materialform hängt vom jeweiligen Einsatzort ab. Für Hohlschichten eignen sich beispielsweise nur Einblasdämmstoffe, für Kellerdecken oder Außenwände sollten hingegen Plattendämmstoffe verwendet werden.

Entscheidendes Kriterium bei Dämmstoffen: die Wärmleitfähigkeit

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Dämmstoffes ist seine Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert, λ in W/(m*K)). Sie gibt an, wie viel Wärme durch das Dämmmaterial hindurch nach draußen dringt. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, desto besser die Dämmwirkung. Auf dem Dämmstoff ist sie mit der Kennzeichnung WLS (Wärmeleitstufe) ausgewiesen.

Auch das Feuchtigkeitsverhalten der Dämmstoffe ist ein wichtiges Merkmal. In Bereichen mit viel Feuchtigkeit sollte man synthetische Dämmstoffe verwenden, die feuchtigkeitsabweisend sind. Die meisten Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen, aber auch Steinwolle und Glaswolle, sind hierfür nicht geeignet.

Die Auswahl der Dämmstoffe

Chemische Eigenschaften können bei der Auswahl eines Dämmstoffs ebenso eine Rolle spielen – z. B. wenn es um Schimmelvermeidung geht. Weiterhin entscheiden Merkmale wie das Wärmespeichervermögen, Trittfestigkeit und Schalldämmung sowie nicht zuletzt Umweltverträglichkeit und Preis über die Qualität und Gebrauchstauglichkeit des Dämmmaterials.

Welche Formen von Dämmstoffen gibt es?

Nach der Struktur werden unterschieden:

Faserdämmstoffe: Feste Partikel, die lose vermengt oder fest miteinander verpresst oder verbacken sind. In den Zwischenräumen der Partikel wird dabei Luft eingeschlossen.

Geschäumte Dämmstoffe: Feste Grundmasse, die luft- oder gasgefüllte Poren umschließt. Lieferformen von Dämmstoffen sind Blöcke, Platten, Formteile, Matten, Rollen, Filze und Schäume.

Darüber hinaus gibt es schüttfähige Granulate, Stopfwolle für Fugen und Ritzen sowie lose Fasern, die mit Spezialgeräten in Hohlräume geblasen werden. Für das Ummanteln von Rohren werden Schalen und Schläuche angeboten. Dämmstoffe gibt es auch im Verbund mit Papier, Pappe, Glasvlies, Kunststoff- oder Metallfolien sowie mineralischen Wandbaustoffen, z. B. Gipskartonplatten, Betonsteinen oder Ziegeln.

Wie erkenne ich ökologische Dämmstoffe?

Das Qualitätszeichen „natureplus“ kennzeichnet Dämmstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen oder naturschonend gewonnenen mineralischen Rohstoffen stammen, umwelt- und sozial gerecht produziert wurden und gesundheitsverträglich sind. Das Zeichen basiert auf Kriterien, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen. Sie berücksichtigen den Produktlebenszyklus von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung bzw. Wiederverwertung. Die Einhaltung dieser Kriterien wird von unabhängigen Laboren regelmäßig überprüft.

Wärmeverbundsystem

Ein Großteil der Wohngebäude weist einen unzureichenden, weit hinter den heutigen technischen Möglichkeiten zurückbleibenden Wärmeschutz der Außenwände auf. Je nach Gebäudetyp gehen bis zu 40 % des jährlichen Heizenergieverbrauchs durch die Außenwände verloren. Ungedämmte Wände sind auch oftmals eine Ursache für ein unbehagliches Wohnklima bei tiefen Außentemperaturen, für Zugerscheinungen und zusammen mit anderen Faktoren für Feuchte- und Schimmelbildung in Raumecken. Die Dämmung erhöht innen die Oberflächentemperatur der Außenwand einer Altbauwohnung an kalten Wintertagen um mehrere Grad Celsius. Warme Wände sind wichtig für die Wohnbehaglichkeit. Durch sorgfältige nachträgliche Außenwanddämmung in Altbauten können die Energieverluste durch die Wände um mindestens 75 % reduziert werden. Von den Dämm-stoffen selbst geht keine Gefahr für die Wohngesundheit aus: Sie werden außen angebracht, verputzt und stehen nicht in Verbindung zur Innenraumluft.

Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus Dämmstoffplatten, die mit Hilfe eines Klebemörtels auf die vorhandene Außenwand geklebt werden. In der Regel werden die Dämmplatten zusätzlich verdübelt. Darüber wird ein Armierungsmörtel und Armierungsgewebe aufgebracht. Die Armierung gleicht Temperaturspannungen aus und dient als Grundlage für den Außenputz.

Die Ausführung eines Wärmedämmverbundsystems lässt sich optimal mit ohnehin anstehenden Instandsetzungsmaßnahmen an jeder Fassade verbinden:

Putzsanierung bzw. -erneuerung

Neuanstrich

Betonsanierung

Rissesanierung in der Fassade.

In diesen Fällen entstehen ohnehin Kosten für Baustelleneinrichtung, Gerüst und evtl. Sanierungsarbeiten, so dass Kosten für die Dämmung nicht so stark ins Gewicht fallen. In manchen Fällen entfallen sogar Teile der üblichen Sanierungskosten, wenn z.B. auf das Abschlagen des Altverputzes verzichtet werden kann.

Auch dicke, massive Wände schützen schlecht gegen Wärmeverluste

Das Argument, die Hauswände seien doch bereits ausreichend dick und brauchten deshalb nicht gedämmt werden, führt in die Irre: Entscheidender als die Dicke ist für den Wärmeschutz die Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Wandbaustoffes.

Die schweren Wandbaustoffe, aus denen ältere Wände bestehen - etwa das Voll-ziegelmauerwerk - leiten Wärme leider sehr gut nach außen ab, so dass sie einen schlechten Wärmeschutz aufweisen (U-Werte* um 1,4 W/(m²K). Eine nachträgliche Wärmedämmung reduziert die Wärmeverluste um 80 %.

Kann die Wand (noch )atmen?

Oft werden Dämmmaßnahmen mit dem Argument unterlassen, die „Atmung“ der Wand werde beeinträchtigt. Außenwände sind jedoch nicht luftdurchlässig. Der einzig messbare Stoffdurchgang durch massive Bauteile ist die Diffusion von Wasserdampfmolekülen, die jedoch wenig erwünscht ist, da sie Bauschäden verursachen kann. Für die Schaffung gesunder Raumluftverhältnisse ist dieser „Austausch“ nicht ausreichend.

Solare Gewinne über die Außenwand?

Hin und wieder hört man auch den Einwand, eine Wärmedämmung würde den Eintrag von Sonnenwärme über die Wand vermindern. Das stimmt auch, ist aber über das ganze Jahr betrachtet positiv zu bewerten. Während die Überhitzung des Hauses im Som-mer dadurch wirksam vermieden wird, gibt es im Winter ohnehin keine nennswerten solaren Wärmegewinne über die Wand.

Fördermittel

Die öffentliche Hand fördert das Energiesparen an Wohngebäuden auf mehreren Wegen. Die Programme dazu werden ständig weiterentwickelt und angepasst.

Infos für Förderungen des Bundeslandes Steiermark finden Sie hier FÖRDERMITTEL

Dämmung der Kellerdecke

Kellerdecken wurden bis in die 1980er Jahre nur unzureichend gedämmt. Die Dämmung der Kellerdecke ist nicht nur sehr preiswert, sondern immer dann besonders wirksam, wenn unbeheizte Kellerräume mit undichten, älteren Kellerfenstern unter Wohn- und Aufenthaltsräumen liegen. Noch dramatischer ist die Situation im Bereich von Hofdurchfahrten und Garagen unter beheizten Räumen. Hier kühlen die Decken noch stärker aus als in abge-schlossenen Kellerräumen.

Mit einer Dämmung auf der Unterseite der Kellerdecke sind die Probleme gut in den Griff zu bekommen. Bei Massivdecken werden Dämmplatten unter die Kellerdecke geklebt oder gedübelt. Dabei richtet sich die Dämmstoffdicke nach der vorhandenen Raumhöhe im Keller. Wichtig ist, dass keine kalte Kellerluft über undichte Fugen und Randanschlüsse unter die Dämmung gelangen kann.

Kellerdecken mit ungerader und unebener Unterseite (Kappen- oder Gewölbedecken) können z.B. mit einer einfachen abgehängten Decke, deren Hohlräume mit Dämmstoff ausgeblasen werden, nachträglich gedämmt werden.

Bodenplatten von beheizten Kellerräumen sollten ebenfalls gedämmt werden. Jeder Zentimeter Dämmstoff, der hier im unterhalb des Fußbodens eingebaut werden kann, steigert das Wohlbefinden der Bewohner.

Die Außenflächen von beheizten Kellerräumen sollten ebenfalls gedämmt werden. Zum kalten Keller gehört die Dämmschicht an die kalte Außenseite, bei erdberührten Außenwänden kommen feuchte-resistente Perimeter-Dämmplatten zum Einsatz. Dazu muss die Kellerwand freigelegt werden.

Rollladenkasten

Die schwächste Stelle in der Außenwand sind Rollladenkästen. Das warme „Innen“ wird nur durch eine 4 mm dicke Sperrholzplatte vom kalten „Außen“ getrennt. Pro Rollladenkasten beträgt die Wärmeverlustfläche ungefähr 1 m². Da ein normales Haus etwa 10 Fenster hat, bezahlt der Besitzer die extrem hohen Verluste von etwa 10 m² Fläche! Auch hier sind mangels Platz hoch dämmende Phenolharz­ oder PIR­-Dämmplatten empfehlenswert. Auf fugenfreie Verarbeitung ist zu achten, damit keine kalte Außenluft nach innen und warme Raumluft nach außen gelangen kann.
Tipp: Fugen mit dauerelastischem Acryl-Dichtstoff abdichten! – Dieses Dämmdetail ist mit flexiblen Matten nicht sicher ausführbar.